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7 Tage und 900km Usbekistan liegen hinter uns. Warum so kurz? Erkläre ich gleich …

Anreise aus Deutschland

Der 6-stündige Direktflug von Frankfurt nach Taschkent verläuft ruhiger, als es die deutlich in die Jahre gekommene Maschine von Uzbekistan Airways zunächst vermuten ließ. Ebenso treten meine durch Internetquellen geschürten Befürchtungen von extrem strengen, langwierigen Gepäck- und Reiseapothekekontrollen nicht ein. Mein Hustenstiller, der eine in Usbekistan illegale Substanz enthält, darf importiert werden.

Am Flughafen erweist es sich mal wieder als vorteilhaft, einen rotblondhaarigen Ehemann zu haben, den ich leicht im Gewimmel erkenne. Viele Wochen haben wir uns nicht gesehen … er sieht braungebrannt und erholt aus und spricht mittlerweile türkisch, russisch und usbekisch.

Taschkent

Im Nachhinein schäme ich mich für meine Vorstellungen von Usbekistan. Es ist eine unerwartet saubere, moderne, weltoffene Stadt mit grünen Parkanlagen und Springbrunnen. Der Verkehr läuft geordnet ab. Es gibt Restaurants und Cafés, sogar eine französische Brasserie, in der wir einen extrem geilen Käsekuchen und einen Eiskaffee bekommen (sogar die Eiswürfel haben gar nichts ausgemacht).

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Hauptbahnhof von Taschkent 

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Amir Timur (eroberte vor 600 Jahren alles von Ägypten bis China)

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Hier werden Ehrengäste empfangen.

Damit es wenigstens etwas spannend wird, tauschen wir US $ auf dem Schwarzmarkt, wo man 30% mehr für sein Geld bekommt, als auf der Bank 🙂

Samarkand

Etwa 270km südlich von Taschkent befindet sich die Stadt Samarkand, einst Knotenpunkt aller Karawanenwege der Seidenstraße. Wir parken direkt an einer der Hauptsehenswürdigkeiten mit unserem Wohnmobil. Niemand stört sich daran und keiner will Geld für den Stellplatz. Nachts ist es sehr ruhig und zudem angenehm kühl, es geht immer eine leichte Brise. Tagsüber ist es warm, aber da es eine sehr trockene Hitze ist, hält man es sehr gut aus.

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Schlafplatz vor einem der vielen Mausoleen

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Und dann … WOW! Durch Samarkand zu schlendern ist wirklich mit nichts zu vergleichen, was ich seither in Asien gesehen habe. Bin ich im Märchen aus 1001 Nacht gelandet? Die Registan Medressa bei Nacht … alter Schwede … ein Hammer. Ebenso diverse Mausoleen und andere, jahrhundertealte Gebäude. Ich will gar nicht mehr weg vor so viel geschichtsträchtiger Schönheit. An jeder Ecke Relikte aus der Zeit der Karawanen … gib mir ein Kamel und lass mich Marco Polo sein.

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Die Registan Medressa bei Nacht

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Sher Dor Medressa – der rechte Flügel der Registan Medressa

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Die Russen haben nicht immer „original“ restauriert, sondern diesen schönen Dom einfach auf die Registan Medressa draufgesetzt.

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Zwei Idioten vor Bibi-Khanym Moschee und Mausoleum

Goodbye Uzbekistan

Gerne wären wir länger geblieben, aber zum einen ist da diese Registrationspflicht für Touristen, d.h. man muss (so hieß es) bei der Ausreise eigentlich lückenlos Hotelübernachtungen vorweisen können. Ob unser Wildcampen am Ende ein Problem darstellt, erfährt man dann eben erst an der Grenze und man hat immer ein komisches Gefühl dabei. Grund für diese Registrationspflicht ist die Angst der Usbeken vor Terroristen aus den Nachbarländern.

Zum anderen waren auf einer Strecke von 900km zwar unzählige Propan/Methan-Tankstellen zu finden, aber KEINE EINZIGE MIT DIESEL! Glaubt man das? Wir sind doch inmitten von oil producing countries. Unsere Rettung sind ein Lkw-Fahrer, dem wir 50 Liter aus dem Tank saugen dürfen, sowie ein junger Usbeke, der uns irgendwo bei irgendwem 2 Kanister Diesel organisiert.

Durch das Grenzgebiet Usbekistan/Afghanistan/Tadschikistan

Im Süden tuckern wir 150km von der afghanischen Grenze entfernt entlang Richtung Tadschikistan. Tja … die Story vom Grenzübergang ist sooo absurd, dass ich sie euch mal an anderer Stelle erzähle, aber nicht heute. Wir sind gut in Duschanbe (Hauptstadt Tadschikistan’s) angekommen und müssen viel erledigen, damit unser Gefährt fit für die Fahrt in das Pamir Gebirge ist, wo uns 3000er, 5000er und 7000er Berge erwarten …