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„Winter“ in Rio? Davon merk ich aber nix, als ich morgens um 6:00 Uhr bei angenehmen 20 Grad ne Runde am Strand von Ipanema joggen gehe. Hatte ja bisschen Sorge, dass ich hier frieren werde im August. Die halbe Stadt scheint schon unterwegs, offensichtlich joggt und radelt man hier gerne in den Sonnenaufgang hinein. Es sind Hunderte, wirklich! Um diese Zeit! Horden von Rennradfahrern. Isch Tour de France oder was.

Und warum bin ich schon wach? Tja, für mich ist es eigentlich schon 11:00 Uhr, die innere Uhr hat sich an Tag 1 der Reise natürlich noch nicht umgestellt, und ich bin ziemlich ausgeschlafen 😉 Ich würde sonst im Leben nie auf die Idee kommen, um diese Zeit joggen zu gehen, das dürft ihr mir glauben. Muss aber gestehen, dass es schon was hatte, vor dieser Kulisse da entlang zu trotteln.

6:00 Uhr morgens am Ipanema Beach

Von Ipanema jogge ich zur Copacabana – auch hier schon ziemlich viel los, irgendwie erstaunlich. Halb Rio macht Sport, sympathisch. Die Copacabana find ich vom Strand her nicht so schön, wie Ipanema, aber die Skyline ist ganz cool.

Eigentlich wollte ich an Tag 1 bisschen tranquilo machen, aber irgendwie lockt mich nach dem Frühstück dann doch die Christus-Statue und ich fahr mit der Metro Richtung Innenstadt, wo angeblich Vans von der Nationalparkverwaltung stehen, die ständig den Corcovado rauf und runter fahren. Und mein Reiseführer schreibt, es sei ‚landschaftlich reizvoller‘, als mit der Zahnradbahn hochzufahren, also test ich das mal. Und ja, es geht wenig später durch sehr viel grüne Vegetation, recht dschungelig, mag ich fast sagen. Gefällt mir.

Oben angekommen (so nach gut 20 Minuten) muss man dann nochmal umsteigen für die letzte Etappe und „einchecken“. Und dann, knapp 800 Meter über dem Meer, steht der da, der Jesus. Und ich auch. Und meine neuen Freunde auch.

Meine neuen Freunde und ich auf dem Corcovado

Lustig is es hier und trubelig. 5000 Besucher jeden Tag, Selfiemania at its best. Das Portrait Richtung Zuckerhut darf auch nicht fehlen, auch von mir nicht, wo ich schon mal hier bin.

Der Zuckerhut in der Ferne (zieh ich mir dann morgen rein)
Links die Crowd, rechts im Bild die Copacabana von hinten, und fast mittig der Promi-Friedhof von Rio
Blick über Rio nach Westen

Ja, auf jeden Fall cool, mal hier oben zu stehen und das Panorama zu genießen. Ich trink noch nen café com leite und dann geht’s wieder in die Stadt. Kurz überleg ich, ob ich direkt zum Zuckerhut fahre, aber dann ess ich doch lieber ne Kleinigkeit an der Copacabana und mach mich dann auf den Weg zurück nach Ipanema. Weil ich bin bisschen müde vom langen Flug (12 Stunden), und die Distanzen sind groß, es ist halt ne 7-Millionen-Stadt. Und Getingel durch eine Großstadt strengt auch immer an.

Spektakulär fand ich noch die Metro Station. Wie ne Höhle, irgendwie spooky. Die Decken sehr hoch und dunkel.

Die Metro Station Cardeal Arcoverde tief unter Rio

Yo, und das war’s dann auch schon an Tag 1 in Rio. Bin noch kurz an den Strand von Ipanema, da gab es heute aber leider keinen schönen Sonnenuntergang. Vielleicht ja morgen?

Kurz vor der Dämmerung am Strand von Ipanema

Danke fürs Lesen. Und vielleicht bis bald. 34 Tage hab ich noch. Es hat Spaß gemacht, den Blog nach vier Jahren ohne wirkliche Fernreise wieder aufleben zu lassen 🙂

Claudi