05.09.22 (letzter Beitrag)

Heute ist Tag 33 meiner kleinen Brasilien-Rundreise und ich bin mittlerweile fast wieder am Ausgangspunkt angekommen, auf einer Insel 3 Stunden südlich von Rio. Hier ist es: WUNDERSCHÖN. Die Ilha Grande hat mich echt positiv überrascht, so viel vorab.

Sechs Stationen in fünf Wochen
Letzte Station: Ilha Grande (Brasiliens größte und grünste Insel)

Ich bin durch drei Zeitzonen und drei Klimazonen gereist, entsprechend unterschiedlich waren auch alle Gegenden.

Vom Amazonas bin ich mit drei Teilstreckenflügen dann am 22.08.22 an der Bahia (Nordostküste) in Salvador angekommen. Man hält sich hier in der kleinen Altstadt auf – die Stadt selbst ist aber eine weitere Millionenstadt! Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, dass Brasilien so viele Millionenmetropolen hat…

Koloniale Altstadt von Salvador

Jedenfalls ist es in und um Salvador laut und bunt. Und sehr afrikanisch geprägt. Auch das hatte ich nicht auf dem Schirm: dass die Portugiesen ebenfalls schön beim Sklavenhandel mitgemischt haben. Was ich krass fand, waren die Namen der Bars und Cafés. Da findet man „Negro’s Bar“ oder das Café „Roma Negra“. Dazu posieren viele als „Big Mama“ verkleidete Damen für ein Foto mit dir. Krass. Maximale Klischee-Bedienung, oder?

Im Café „Roma Negra“ ein Päuschen machen…

Und die Trommelgruppen sind ebenfalls fester Bestandteil des Alltags. Man wacht morgens dazu auf und schläft abends dazu ein.

Kleine Trommler-Truppe in Pelourinho (Altstadtkern von Salvador)

Ebenfalls gelernt habe ich, dass Michael Jackson’s Video zu „They don’t care about us“ hier gedreht wurde. Und dass es um seine Wurzeln und die bis dato anhaltende Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung geht.

Big Mama (ganz links) unter Michael-Jackson-Balkon
…produced in Salvador

Der Kunstmarkt floriert hier ebenfalls, was allerdings Original und Fälschung ist, konnte ich nicht herausfinden 😉.

Afrobrasilianische Motive (klischeehaft?)

Ich fand’s gut, das mal zu sehen, würde aber sagen, zwei Tage Salvador reichen völlig. Mir war dann nach Inselleben, Ruhe und Strand. Aber eigentlich hätte ich mir denken können, dass es die Kombi „Ruhe UND Strand“ hier nicht gibt 😉.

Tapfer bin ich also mit Boot, Bus und Boot auf die „Morro de Sao Paulo“. Hatte da auch eine echt wunderschöne Unterkunft mitten im Grünen, und über die war ich auch sehr froh, denn am Strand war Halligalli und Bamboule!!! Zwischendurch hab ich mich gefragt, ob das hier das brasilianische Pendant zum Ballermann ist. Zwar gab es auch einsame Strände, aber zu denen musste man 2-3 km laufen oder ein Boot nehmen. Und an der Westküste gab es auch einsame Strände, aber die konnte man nur bei Ebbe erreichen und so war das alles nicht das, was ich mir so erhofft hatte.

Meine Pousada „Aquarela“ auf Morro de Sao Paulo
Ruhe auf meinem wirklich hübschen Balkon
Bester Frühstücksplatz der Reise

So hat es in den 5 Tagen, in denen ich auf Morro war, die Unterkunft rausgerissen und weniger die Insel selbst. Was auch erschwerend hinzu kam, war, dass ich wirklich kaum Menschen getroffen habe, die Englisch gesprochen hätten. Das führte dann nach einigen Tagen doch zu etwas Heimweh und Einsamkeit.

Rückseite des Praia Segunda auf Morro.

Ich bin dann einfach mal bisschen wandern gegangen. Fand Trost in den kleinen und kleinsten Weggefährten.

Wenn du Heimweh hast, freunde dich mit den Blattschneiderameisen an.

… und wie das dann so ist, wenn man ein bisschen betrübt ist, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Gleich zweifach. Auf einer Aussichtsplattform für den Sonnenuntergang tummeln sich viele Menschen, darunter auch eine nette Brasilianerin, die Englisch kann. Wir quatschen, bis die Sonne untergeht, u.a. auch über ihre Tochter, die bald nach Stuttgart kommt!

Sunset gathering
Abends im argentinischen Restaurant

Insgesamt gehört die Ilha Grande damit klar zu den Highlights meiner Reise, man findet in der Welt nicht allzu viele Orte, an denen sich Strandurlaub mit Wanderurlaub kombinieren lässt. Korsika fällt mir da spontan ein.

Fazit: Brasilien ist so riesig, dass man definitiv mehr als 5 Wochen braucht, um es zu erkunden. Die Wege sind weit, die vielen Inlandsflüge nerven ein wenig. Es gibt sehr schöne Unterkünfte, aber billig sind sie nicht. Es ist kein klassisches Backpacker-Land. Und was die Sprache angeht, so war es oftmals ein ziemliches Babylon, ein Durchwurschteln.

Und damit endet dieser Mini-Blog.

Im Sommer 2023 hätte ich dann wieder Zeit für die nächste Reise. Vielleicht mit dem Mofa nach Dubai. Oder zu den Berggorillas in den Kongo.

„Die Welt ist ein schönes Buch, aber sie nützt dem wenig, der nicht darin zu lesen weiß“, hat man mir mal ins Poesiealbum geschrieben. Von daher: weiterlesen. Und weiterreisen.

Danke für eure motivierenden Nachrichten an mich in Bezug auf diesen Blog – ich freue mich riesig, wenn ich ein wenig informieren und inspirieren konnte 😉.

Wir sehen uns!

Ciao for now,

eure Claudi